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Lawinenupdate 2022/23: 15 Fragen zu Lawinen (Lawinenupdate: 15 Fragen zu Lawinen)

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Lawinenupdate 2022/23: 15 Fragen zu Lawinen

Auch diesen Winter haben wir unser beliebtes Lawinenupdate wieder als Livestream angeboten – hier die geschnittene Version zum Nachschauen!. Viele tausend Zuseher waren live dabei und konnten auch Fragen stellen. Unsere Bergsportexperten haben die 15 lehrreichsten für euch zusammengefasst.

Das Lawinenupdate 2022/23 zum Nachschauen:

Wenn Sie auf das Video klicken, wird eine Anfrage an Youtube bzw. Vimeo gesendet. Datenschutzinformationen

15 Fragen zu Lawinen

Als Altschnee könnte man Schnee bezeichnen, der länger als 24 Stunden liegt. Im Lawinenkontext begegnen wir dem Altschnee vor allem als Altschneeproblem. Das sind bereits eingeschneite Schneeschichten, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften besonders schlecht mit den anderen Schneeschichten verbinden und den Schneedeckenaufbau über lange Zeit schwächen. Häufige Formen sind Oberflächenreif, kantige Kristalle unter und über Krusten sowie Tiefenreif in Form von großen Becherkristallen.

Frischer Triebschnee wird im LLB als Lawinenproblem „Triebschnee“ ausgegeben. Das Problem wird vor allem dadurch charakterisiert, dass Triebschneepakete im Gelände gut erkennbar sind. Deshalb ist es bei Triebschnee auch wichtig, dass man die Augen auf Tour offen hält und diesen Triebschneepaketen gezielt ausweicht. Je nach Temperatur setzt sich der Triebschnee innerhalb von 2-3 Tagen bei warmen und wesentlich später bei anhaltend kalten Temperaturen.

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Bruchharsch tritt entweder in Form von Windharsch oder Schmelzharsch auf. Wie der Name schon sagt bricht der Deckel, wenn man darüber fährt. Eine wesentliche Stabilisierung des Hanges tritt also nicht auf. Ist der Windharschdeckel dick genug, dass man nicht einbricht, so ist es schwieriger, eine potentielle Schwachschicht in der Schneedecke zu erreichen. Dafür wird die Bruchausbreitung aber begünstigt, da der tragende Harschdeckel Spannung gut übertragen kann. Ein kompakter, dicker Schmelzharschdeckel im Frühjahr ist ein gutes Zeichen und stabilisiert den ganzen Hang.

Wir empfehlen generell, dass nur der (die) Suchende(n) die LVS Geräte auf SUCHEN geschaltet haben. Alle anderen sollten ihre Geräte ausschalten. Da die Schalter auf LVS Geräten im Suchmodus nicht einrasten kann es leicht passieren, dass sich Geräte versehentlich wieder auf SENDEN umschalten. Auch das Rettungs Send wird ja im SUCHEN Modus aktiviert und birgt diese Gefahr. Da die Gefahr von Nachlawinen in der Regel sehr gering ist, schaltet man die Geräte besser aus und schließt so mögliche Fehlerquellen bei der Suche aus.

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In der Live-Umfrage während des Lawinenupdates 2022/23 sprachen sich 80% für die Einführung von Zwischenabstufungen aus. Ein klares Statement, das die Warndienste in Österreich auch gehört haben. Allerdings ist man bestrebt eine Lösung finden, die auch in ganz Europa einheitlich ist und über die EAWS (European Avalanche Warning Services) akkordiert ist. Die Kommunikation mit +, = und – Zeichen wäre in Österreich auch sehr problematisch, da unweigerlich Vergleiche mit dem Schulnotensystem gezogen werden und sich daraus fatale Irrtümer ergeben könnten. Man ist an dem Thema aber dran.

Durch so genannte Sinterungsprozesse wird die Altschneedecke je nach Außentemperatur in wenigen Stunden (sehr warm) oder auch mehreren Tagen stabiler. Die Störanfälligkeit und Sprödheit nimmt ab. Das Triebschneeproblem verschwindet oder wandelt sich in ein Altschneeproblem, wenn sich unter dem gesetzten Triebschnee eine oder mehrere Schwachschichten befinden, die über längere Zeit bestehen bleiben.

Nein, eine Ablagefrist für Lawinenairbags oder LVS Geräte gibt es nicht. Wichtig ist jedoch, dass man seine Ausrüstung regelmäßig überprüft, LVS Geräte laut Herstellerangaben zur Überprüfung an den Fachhändler weitergibt.

Einzelne Felsen oder Bäume haben (fast) keine stabilisierende Wirkung auf den Hang, außer bei sehr harter Schneeoberfläche. Vor allem lichter Wald und freistehende Bäume können ein trügerisches Sicherheitsgefühl vermitteln.

Es kommt dabei vor allem auf die kritische Neuschneemenge an. Unter ungünstigen Einflüssen (kalt, windig) und ungünstiger Oberfläche können 10-20cm Neuschnee bereits ein Problem darstellen. Unter sehr günstigen Bedingungen (wärmer, kein Wind) und gut strukturiertem, rauhen Untergrund (winderodiert oder Buckelpiste) können auch 50cm Neuschnee noch kein Problem darstellen.

Durch Regen bis in hohe Lagen kann sich die Altschneeproblematik entschärfen. Durch Wassereintrag und die daraus resultierenden Schmelzformen wird die Schneedecke stabilisiert. Längere Warmwetterperioden haben ebenfalls einen günstigen Einfluss auf die Stabilität der Schneedecke. Durch Sinterprozesse erlangen die kantigen, fragilen Strukturen wieder mehr Festigkeit und die Situation entschärft sich.

Für die klassische Schneebrettlawine, die für den Wintersportler in der Regel am gefährlichsten ist, macht es keinen Unterschied, ob der Boden gefroren ist. Warmer Wiesenboden begünstigt allerdings die Entstehung von Gleitschneelawinen. Für den Wintersportler sind diese aber von geringer Relevanz.

Setzungsgeräusche sind typische Alarmzeichen und weisen auf einen schwachen Schneedeckenaufbau hin, sind also auf jeden Fall Ernst zu nehmen. Setzungsgeräusche im flachen Talboden, in der Nähe von Bächen können aber auch auf lokale Schwachschichten (Oberflächenreif) hinweisen, die für die umliegenden Hänge nicht von Relevanz sind.

Standartabstände im Aufstieg ab Spitzkehrengelände sind 10m. In der Abfahrt halten wir standardmäßig 30m ein. Sehr steile Passagen (ab 35 Grad) sollten einzeln befahren werden.

Die Zahl der Lawinentoten ist über die letzten Jahre relativ konstant geblieben, sogar leicht rückläufig. Das, obwohl viel mehr Skitourengeher und Freerider unterwegs sind. Die Gründe sind vielschichtig. Bessere Ausbildung, besseres Material, vor allem auch die detaillierten Informationen im LLB und die zahlreichen APP´s die uns Informationen zu Gelände, Wetter und Lawinensituation liefern spielen bei dieser positiven Entwicklung eine Rolle.

Das hängt wesentlich von der Schneebeschaffenheit ab. Bei sehr weichem, ungebundenem Pulver können Skifahrer Schwachschichten bis maximal 1m erreichen, bei kompakter Schneedecke oder Harschdeckel kann das auch deutlich weniger (30cm) sein.

Mehr zum Lawinenupdate & Termine: www.alpenverein.at/lawinenupdate

 
 
 
 

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